Verlauf einer Darminvagination

Es kann gut ausgehen, wenn die Hilfe schnell genug kommt !

Deswegen dachte ich, ich schreibe Tabalugas Geschichte auf, um anderen in dieser Situation die Möglichkeit zu geben schnell zu handeln. Das Foto oben zeigt Tabaluga eine Woche vor der Invagination. Erstmal vorweg, gefährdet von einer Darminvagination sind in erster Linie Jungtiere und säugende Kätzinnen, erwachsene Katzen sind praktisch nie davon betroffen.

Am 25.2. fing es an, natürlich ein Sonntag. Tabaluga bekam Durchfall, war ruhig und mochte nichts fressen. Schon ein wenig besorgniserregend, aber noch kein Grund sofort in Panik zu verfallen, ich wollte Montag nach der Arbeit mit ihm zum Tierarzt. Montag morgen hat er sich dann übergeben, braun und flüssig, ein absolutes Alarmzeichen! Da ich selber zur Arbeit mußte, habe ich dann meine Mutter angerufen, und sie gebeten mit Tabaluga gleich morgens in die Sprechstunde zu fahren. Mein Verdacht war richtig, die Tierärztin hat nach weiterer Untersuchung (Röntgen, Ultraschall) ebenfalls eine Darminvagination vermutet, und nach Rücksprache mit mir einen OP-Termin vereinbart. Tabaluga wurde gleich Montag mittag operiert, und es bestätigte sich, er hatte eine Darminvagination, die aber noch nicht weit fortgeschritten war, so das der Darm nicht geschnitten werden mußte sondern noch auseinander gezogen werden konnte.

Hier nochmal die zusammengefaßten Symptome, die bei einer Darminvagination auftreten können: Durchfall, Erbrechen (kein Futter oder Speichel, sondern braune Flüssigkeit, das ist das Hauptsymptom bei dem man ohne zögern sofort einen Tierarzt aufsuchen sollte!), schlapp und desinteressiert, kein Hunger, blasse Schleimhäute, Untertemperatur.

Wenn man, besonders bei einem Jungtier oder einer säugenden Kätzin (meistens mit Kitten im Alter von 4-6 Wochen), diese Symptome beobachtet, sollte man schnellstens zum Tierarzt, und am besten gleich auf eine Operation bestehen. Leider gibt es Tierärzte die die Symptome nicht erkennen (das hat meiner Apanatchee das Leben gekostet) selbst wenn man selber den Verdacht auf Darminvagination äußert. Es gibt auch Tierärzte, die zwar erkennen das es eine Darminvagination sein könnte, die aber trotzdem meinen erstmal ein paar Tage abzuwarten. Auch darauf sollte man sich nicht einlassen, ein paar Tage später ist es meistens schon zu spät.

Aber zurück zu Tabaluga. Montag wurde er operiert, der Darm wurde auseinander gezogen, und Tabaluga hatte die Operation soweit gut überstanden, die nächsten Tage blieben aber kritisch. Zuerst wurde er über Infusion ernährt, erst am Mittwoch bekam er das erste Mal vorsichtig ein wenig zu essen, und zwar ein paarmal am Tag einen Teelöffel Hills A/D mit Wasser verrührt. Er blieb unter Beobachtung in der Tierklinik, und wurde sehr langsam und vorsichtig ernährt. Als Donnerstag abend das erste Mal eine Wurst in der Kiste lag, konnten wir ein wenig aufatmen. Freitag durfte ich ihn dann nach Hause holen. Die erste Woche sollte er weiterhin ca. 10x am Tag einen Teelöffel Hills A/D mit Wasser bekommen. Danach konnte die Futtermenge vorsichtig gesteigert werden, und auch langsam anderes Futter gefüttert werden, allerdings immer weiches Futter, also auch Trockenfutter erstmal nur mit Wasser verrührt. Nach ein paar Wochen und vorsichtiger Gewöhnung, durfte er wieder normal fressen.

Das Foto unten zeigt Tabaluga am 4. März, 6 Tage nach der Operation, überglücklich wieder zuhause zu sein, er konnte gar nicht genug Streicheleinheiten bekommen.

Inzwischen ist mehr als ein Jahr vergangen, und ich werde den Bericht jetzt veröffentlichen, in der Hoffnung damit anderen helfen zu können. Leider gab es bei Tabaluga eine traurige Fortsetzung, er bekam am 5.4. eine zweite Darmeinstülpung, wurde sofort operiert, aber er war zu geschwächt, und kam aus der Klinik nicht wieder nach Hause ...

Wie ich am Anfang schrieb, es KANN gut ausgehen, aber die Zeit danach wird schwer, und die Katzen sind noch eine ganze Weile nach der Operation anfällig für neue Probleme.